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Ernährung in der Schule (EiS)

Die Bedeutung einer bedarfsgerechten Ernährung für die Gesundheit bzw. einer ungünstigen Ernährungsweise für die Pathogenese weit verbreiteter chronischer Erkrankungen kann heute als gut belegt angesehen werden. Die direkten und indirekten Kosten für ernährungsabhängige Krankheiten wurden zuletzt im Jahr 1990 auf 83,5 Mrd. DM bzw. 30 % der gesamten Krankheitskosten geschätzt und stellen somit einen wesentlichen Kostenfaktor im Gesundheitssystem dar. Bisherige Ansätze zur Verbesserung der Ernährungssituation, hin zu einer gesünderen Ernährung, haben diese Entwicklung nicht aufhalten können. Da sich Ernährungsverhalten in der Regel bereits im Kindesalter manifestiert und einmal erworbene Ernährungsmuster oft ein Leben lang beibehalten werden, kommt einer frühzeitigen Vermittlung von Wissen über Ernährungsphysiologie und der Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit eine besondere Bedeutung zu. Die Ernährung ist i.d.R. kein eigenständiges Fach in allgemeinbildenden Schulen, sondern in eine Reihe traditioneller Unterrichtsfächer integriert. Die Praxis der Gesundheits- und auch der Ernährungserziehung in unseren Schulen sowie die Berücksichtigung in den Lehrplänen ist seit Jahren Gegenstand der Kritik. Bereits im Ernährungsbericht 1972 wurde darauf hingewiesen, daß „ein Mangel an einheitlichen und zweckmäßig aufeinander abgestimmten Lehrplänen besteht”. An einigen Schulen werden Ernährungsthemen allerdings bereits in interdisziplinären Konzepten für die Unterrichtsgestaltung genutzt. Eine vor 15 Jahren durchgeführte Schulbuchanalyse war zu dem Ergebnis gekommen, daß z.B. viele Biologiebücher auf ernährungs- und lebensmittelkundliche Themen verzichteten, daß diese fehlerhaft, unvollständig oder veraltet waren und daß Aussagen über gesunderhaltende Ernährung fast gänzlich fehlten. Auf die unbefriedigende Situation der Ernährungserziehung in unseren Schulen und die unsachgemäße Berücksichtigung von Ernährungsthemen in Schulbüchern wurde in mehreren Ernährungsberichten – zuletzt im Ernährungsbericht 1984 – aufmerksam gemacht. Kenntnisse über evtl. seit dieser Untersuchung eingetretene Veränderungen liegen nicht vor. Es ist aber zu vermuten, daß die Umsetzung von Ernährungswissen in allen Schultypen immer noch nicht ausreichend vermittelt wird.

 

Kooperationspartner
Bundesministerium für Gesundheit Universität Paderborn Bundesfachgruppe Haushalt in Forschung und Lehre e.V.  Paderborner Lehrerausbildungszentrum Landesinstitut für Schule und Weiterbildung

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